Baustein — Vorsorge

Der wertvollste Baustein Ihrer Altersvorsorge ist nicht Geld.
Es ist die ZEIT!

Je früher Altersvorsorge beginnt, desto länger kann Ihr Geld für Sie arbeiten. Wer Jahre verstreichen lässt, muss später meist deutlich mehr investieren, um ein vergleichbares Ziel zu erreichen oder auf eine Menge verzichten.

Wie groß dieser Unterschied tatsächlich ausfällt, sehen Sie weiter unten.

19,5 %

der Menschen ab 65 Jahren in Deutschland gelten als armutsgefährdet – deutlich mehr als im gesamtgesellschaftlichen Durchschnitt (16,1 %).

Fast jeder Fünfte im Rentenalter ist betroffen

Die gesetzliche Rente allein reicht für einen wachsenden Teil der heutigen Rentnerinnen und Rentner nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Das ist kein Randphänomen mehr, sondern betrifft fast jeden Fünften im Rentenalter.

Diese Zahl beschreibt die Realität von Menschen, die ihre Vorsorge nicht mehr nachträglich korrigieren können. Wer heute noch im Erwerbsleben steht, hat diesen Spielraum – aber nur, solange er auch genutzt wird.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Armutsgefährdungsquote von Personen ab 65 Jahren, 2025.

Warum jetzt

8 Denkanstöße, warum Altersvorsorge heute beginnt und nicht erst kurz vor der Rente

01

Die gesetzliche Rente ist nicht unwichtig, reicht aber nicht aus

Die gesetzliche Rente ist für viele Menschen ein zentraler Bestandteil der späteren Altersversorgung. Sie ersetzt jedoch in der Regel nicht das volle Erwerbseinkommen und ist deshalb eher ein Baustein als eine vollständige Absicherung des bisherigen Lebensstandards. Die Deutsche Rentenversicherung weist selbst darauf hin, dass zusätzliche Altersvorsorge wichtiger denn je ist und dass dem sinkenden Rentenniveau durch private und betriebliche Vorsorge entgegengewirkt werden soll (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, „Die Renteninformation – mehr wissen", Stand 2026).

Altersvorsorge sollte deshalb nicht als freiwilliges Zusatzthema betrachtet werden, das irgendwann später einmal relevant wird. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der finanziellen Lebensplanung. Wer im Alter weiterhin frei entscheiden möchte, braucht eine Struktur, die gesetzliche Rente, private Vorsorge, betriebliche Altersversorgung, staatlich geförderte Vorsorge und persönliche Ziele sinnvoll miteinander verbindet.

02

Demografischer Wandel: Das Rentensystem steht unter Druck

Ein zentrales Problem der gesetzlichen Rentenversicherung ist der demografische Wandel. Die gesetzliche Rente funktioniert im Umlageverfahren: Die heutigen Beitragszahler finanzieren die heutigen Rentner. Wenn die Gesellschaft älter wird, die Lebenserwartung steigt und das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Rentnern ungünstiger wird, steigt der Druck auf das System.

Das bedeutet nicht, dass die gesetzliche Rente verschwindet. Es bedeutet aber, dass sie allein für viele Menschen nicht ausreichen wird, um den heutigen Lebensstandard im Alter fortzuführen. Genau hier beginnt die eigentliche Aufgabe der zusätzlichen Altersvorsorge: Sie soll die Lücke zwischen dem, was später benötigt wird, und dem, was aus der gesetzlichen Rente tatsächlich zur Verfügung steht, planbar schließen.

03

Inflation: Die Rente von morgen ist nicht automatisch so viel wert wie heute

Ein oft unterschätzter Punkt ist der Kaufkraftverlust. Die Deutsche Rentenversicherung weist im Zusammenhang mit der Renteninformation darauf hin, dass bei der ergänzenden Altersvorsorge ebenso wie bei der zu erwartenden Rente der Kaufkraftverlust beachtet werden sollte (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, „Die Renteninformation – mehr wissen", Stand 2026).

Das ist entscheidend: Ein Betrag, der auf dem Papier später hoch aussieht, kann real deutlich weniger wert sein. Wenn Preise für Wohnen, Energie, Lebensmittel, Gesundheit, Mobilität und Dienstleistungen langfristig steigen, muss Altersvorsorge nicht nur nominal wachsen, sondern auch Kaufkraft erhalten.

Siehe Beispielrechnung weiter unten!

04

Altersarmut ist keine Theorie

Altersarmut ist kein abstraktes Schreckgespenst, sondern bereits heute Realität. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren im Jahr 2024 in Deutschland 19,5 Prozent der Menschen ab 65 Jahren armutsgefährdet. Damit lag die Armutsgefährdungsquote älterer Menschen über der Quote der Gesamtbevölkerung von 15,5 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt/Destatis, „Armutsgefährdung sowie materielle und soziale Entbehrung älterer Menschen", 08.05.2025).

Auch die Grundsicherung im Alter zeigt, dass viele Renten nicht ausreichen. Im Dezember 2024 erhielten rund 739.000 Menschen Grundsicherung im Alter; das entsprach einem Anstieg von 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Quelle: Statistisches Bundesamt/Destatis, Pressemitteilung Nr. 121 vom 28.03.2025). Es geht bei Altersvorsorge nicht nur um Komfort. Es geht darum, im Alter unabhängig zu bleiben.

Politik und Realität:
Zusätzliche Vorsorge gewinnt an Bedeutung

Auch in der politischen Diskussion wird immer deutlicher, dass die gesetzliche Rente allein nicht dauerhaft den gewohnten Lebensstandard sichern kann. Unabhängig von einzelnen politischen Aussagen ist die Richtung klar: Die gesetzliche Rente ist nicht unwichtig, aber zusätzliche Vorsorge ist immer bedeutender.

Wer sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlässt, trägt ein erhebliches Planungsrisiko. Sinnvolle Altersvorsorge bedeutet deshalb, nicht auf politische Versprechen zu warten, sondern die eigene Versorgung aktiv zu strukturieren. Es geht nicht darum, Angst zu machen. Es geht darum, frühzeitig Klarheit zu schaffen.

05

Altersvorsorge besteht aus mehreren Bausteinen

Altersvorsorge ist nicht nur ein einzelner Vertrag. Sie besteht aus verschiedenen Bausteinen, die je nach Lebenssituation unterschiedlich sinnvoll sein können. Dazu gehören die gesetzliche Rente, die private Altersvorsorge, die betriebliche Altersversorgung und staatlich geförderte Vorsorgeformen wie die Basisrente/Rürup-Rente oder derzeit noch die Riester-Rente. Die Deutsche Rentenversicherung beschreibt Altersvorsorge ausdrücklich über verschiedene Möglichkeiten, von gesetzlicher Rente über betriebliche Altersversorgung bis hin zu Rürup- und Riester-Rente (Quelle: Deutsche Rentenversicherung, „Die drei Säulen der Altersvorsorge" / „Altersvorsorge – heute die Zukunft planen").

06

Warum der Staat private Vorsorge fördert

Dass der Staat Altersvorsorge fördert, ist kein Zufall. Wenn die gesetzliche Rente allein nicht ausreicht, entsteht im Alter ein höheres Risiko für finanzielle Abhängigkeit, Grundsicherung und Einschränkungen im Lebensstandard. Staatliche Förderung soll deshalb Anreize schaffen, bereits während des Erwerbslebens zusätzlich vorzusorgen.

Diese Förderung ist natürlich nicht uneigennützig. Wer privat oder betrieblich vorsorgt, kann im Alter unabhängiger bleiben. Genau deshalb gibt es steuerliche Vorteile, Zulagen oder geförderte Vorsorgemodelle. Das Bundesfinanzministerium beschreibt die Riester-Förderung ausdrücklich als Möglichkeit, die Absenkung des Renten- beziehungsweise Versorgungsniveaus durch den Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge abzufedern (Quelle: Bundesfinanzministerium, Glossar „Altersvorsorge").

Für die Beratung bedeutet das: Förderung sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern nur dann genutzt werden, wenn Produkt, Kosten, Flexibilität, steuerliche Wirkung und spätere Auszahlung zur persönlichen Situation passen.

07

Je früher begonnen wird, desto stärker arbeitet die Zeit mit

Der größte Vorteil in der Altersvorsorge ist Zeit. Wer früh beginnt, muss nicht nur aus eigener Kraft sparen, sondern kann den Zinseszinseffekt langfristig nutzen. Wer dagegen 10 oder 20 Jahre wartet, verliert nicht nur Einzahlungsjahre, sondern vor allem Jahre, in denen das Kapital hätte arbeiten können.

Gerade bei jungen Menschen wird Altersvorsorge oft aufgeschoben, weil die Rente noch weit entfernt wirkt. Tatsächlich ist genau diese Entfernung ein Vorteil: Je länger das Kapital arbeiten kann, desto stärker kann sich der Zinseszinseffekt entfalten.

Siehe Beispielrechnung weiter unten!

08

Worauf es bei guter Altersvorsorge ankommt

Gute Altersvorsorge beginnt nicht mit irgendeinem Produkt, sondern mit einer klaren Frage: Wie viel Geld wird später tatsächlich benötigt, um den gewünschten Lebensstandard zu halten? Erst danach sollte geprüft werden, welche Bausteine sinnvoll sind: die gesetzliche Renteninformation, mögliche betriebliche Altersversorgung, private Rentenversicherung, fondsgebundene Lösungen, Wertpapieraufbau, Immobilien, Rücklagen, steuerliche Förderung und Flexibilität.

Besonders wichtig sind dabei folgende Fragen: Wie hoch ist die voraussichtliche Rentenlücke? Welche Kaufkraft soll im Alter erhalten bleiben? Welche staatliche Förderung kommt überhaupt infrage? Wie flexibel soll das Kapital verfügbar sein? Welche Risiken passen zur persönlichen Situation? Und wie kann die Vorsorge so aufgebaut werden, dass sie langfristig tragfähig bleibt?

Ziel unserer Beratung

Eine nachvollziehbare Struktur statt irgendeines Vertrags

Ziel der Altersvorsorgeberatung ist nicht, irgendeinen Vertrag abzuschließen. Ziel ist, eine nachvollziehbare Struktur zu schaffen. Es soll erkennbar werden, welche Versorgung bereits vorhanden ist, welche Lücke besteht und welche Wege sinnvoll sind, um diese Lücke zu schließen. Dabei kommt es nicht auf ein oder zwei einzelne Verträge an. Altersvorsorge ist kein reines Versicherungsthema, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Bausteine: private und betriebliche Altersvorsorge, staatlich geförderte Lösungen, Geldanlagen, Wertpapierstrategien, Immobilien, Rücklagen, bestehendes Vermögen und persönliche Lebensziele können dabei zusammenwirken.

Eine gute Altersvorsorge schafft Orientierung, Planbarkeit und Entscheidungsfreiheit. Sie hilft dabei, den späteren Lebensstandard nicht dem Zufall zu überlassen, sondern die passenden Durchführungswege sinnvoll miteinander zu verbinden. Wer heute bewusst vorsorgt, gewinnt morgen mehr Freiheit: bei Wohnen, Gesundheit, Freizeit, Familie und persönlichen Entscheidungen.

Kaufkraft

Inflation verstehen: Warum Kaufkraft im Alter so wichtig ist

Inflation klingt oft wie ein theoretischer Begriff aus Wirtschaftsnachrichten. Tatsächlich zeigt sie sich aber jeden Tag im Alltag: beim Strompreis, an der Tankstelle, beim Einkauf oder sogar bei einer Kugel Eis. Was früher selbstverständlich bezahlbar war, kostet heute ein Vielfaches. Und genau deshalb ist Altersvorsorge nicht nur die Frage, wie viel Geld später auf dem Konto steht, sondern auch, was dieses Geld dann noch wert ist.

Ein Blick auf alltägliche Beispiele macht das deutlich:

Eine Kugel Eis

18×teurer als 1977
10 Ct
20 Ct
80 Ct
1,80 €
~7,60 €
19771992200720262052

Benzinpreis pro Liter

4,9×teurer als 1977
46 Ct
77 Ct
1,35 €
2,25 €*
~3,78 €
19771992200720262052

Kilowattstunde Strom

5,9×teurer als 1977
6,8 Ct
13,5 Ct
20,2 Ct
39,9 Ct
~88,7 Ct
19771992200720262052

Inflation wirkt langfristig stärker, als sie kurzfristig erscheint

Diese Beispiele zeigen: Inflation verläuft nicht jedes Jahr gleich. Mal ist sie höher, mal niedriger. Langfristig führt sie jedoch dazu, dass Geld an Kaufkraft verliert. Nach den langfristigen Verbraucherpreisindex-Daten des Statistischen Bundesamtes liegt die durchschnittliche Preissteigerung in dem betrachteten Zeitraum bei etwa 2,02 Prozent pro Jahr (Quelle: Statistisches Bundesamt/Destatis, Verbraucherpreisindex für Deutschland – Lange Reihen ab 1948). Das klingt auf den ersten Blick wenig. Über Jahrzehnte bedeutet es aber einen erheblichen Unterschied.

Altersvorsorge muss Kaufkraft sichern, nicht nur Beträge ansammeln

Genau deshalb reicht es nicht, nur auf einen späteren Rentenbetrag zu schauen. Entscheidend ist, welche Kaufkraft dieser Betrag dann tatsächlich noch hat. Eine Rente oder Altersvorsorge, die heute ausreichend wirkt, kann in 20, 30 oder 40 Jahren deutlich weniger leisten, wenn Inflation und steigende Lebenshaltungskosten nicht berücksichtigt werden. Altersvorsorge muss deshalb nicht nur Kapital aufbauen, sondern Kaufkraft erhalten. Wer im Alter finanziell frei entscheiden möchte, sollte nicht nur fragen: „Wie viel Geld bekomme ich später?", sondern vor allem: „Was kann ich mir davon später noch leisten?"

*wobei der Benzinpreis durch aktuelle weltpolitische Krisen bereits heute höher liegt, als es bei einer rein statistischen Entwicklung mit 2,02 Prozent durchschnittlicher Inflation zu erwarten gewesen wäre.

Beispielrechnung

Der Unterschied zwischen früh beginnen und später aufholen müssen

Wie stark sich der Startzeitpunkt auswirkt, zeigt die folgende Beispielrechnung für vier unterschiedliche Ausgangssituationen, jeweils mit drei üblichen Sparraten. Wählen Sie oben aus, in welchem Alter jemand heute steht.

Start mit 21 Jahren 46 Jahre bis zum Rentenbeginn mit 67, der Vergleichsmaßstab für diese Beispielrechnung
100 € / Monat
293.831 €
Kapital mit 67
100 % erreichtVergleichsmaßstab
Eingezahlt über 46 Jahre: 55.200 €
150 € / Monat
440.747 €
Kapital mit 67
100 % erreichtVergleichsmaßstab
Eingezahlt über 46 Jahre: 82.800 €
250 € / Monat
734.578 €
Kapital mit 67
100 % erreichtVergleichsmaßstab
Eingezahlt über 46 Jahre: 138.000 €
Start mit 31 Jahren 36 Jahre bis zum Rentenbeginn mit 67
100 € / Monat
152.492 €
Kapital mit 67
52 % erreicht48 % verloren
Eingezahlt über 36 Jahre: 43.200 €
150 € / Monat
228.738 €
Kapital mit 67
52 % erreicht48 % verloren
Eingezahlt über 36 Jahre: 64.800 €
250 € / Monat
381.230 €
Kapital mit 67
52 % erreicht48 % verloren
Eingezahlt über 36 Jahre: 108.000 €
Start mit 41 Jahren 26 Jahre bis zum Rentenbeginn mit 67
100 € / Monat
74.807 €
Kapital mit 67
26 % erreicht74 % verloren
Eingezahlt über 26 Jahre: 31.200 €
150 € / Monat
112.211 €
Kapital mit 67
26 % erreicht74 % verloren
Eingezahlt über 26 Jahre: 46.800 €
250 € / Monat
187.018 €
Kapital mit 67
26 % erreicht74 % verloren
Eingezahlt über 26 Jahre: 78.000 €
Start mit 51 Jahren 16 Jahre bis zum Rentenbeginn mit 67
100 € / Monat
32.109 €
Kapital mit 67
11 % erreicht89 % verloren
Eingezahlt über 16 Jahre: 19.200 €
150 € / Monat
48.164 €
Kapital mit 67
11 % erreicht89 % verloren
Eingezahlt über 16 Jahre: 28.800 €
250 € / Monat
80.273 €
Kapital mit 67
11 % erreicht89 % verloren
Eingezahlt über 16 Jahre: 48.000 €
Sonderfall: Start mit 11 Jahren 56 Jahre bis zum Rentenbeginn mit 67, zum Vergleich weiterhin gegen den Start mit 21 Jahren
100 € / Monat
550.983 €
Kapital mit 67
+88 % mehr Kapital als bei Start mit 21
Eingezahlt über 56 Jahre: 67.200 €
150 € / Monat
826.475 €
Kapital mit 67
+88 % mehr Kapital als bei Start mit 21
Eingezahlt über 56 Jahre: 100.800 €
250 € / Monat
1.377.459 €
Kapital mit 67
+88 % mehr Kapital als bei Start mit 21
Eingezahlt über 56 Jahre: 168.000 €

Wer schon früh für das eigene Kind mit einer Altersvorsorge beginnt, verschafft ihm einen Vorsprung, den später niemand mehr aufholen kann: Bei allen drei Sparraten bringt ein Start mit 11 Jahren rund 88 Prozent mehr Kapital als ein Start mit 21 Jahren, bei identischer monatlicher Sparrate.

Für genau diesen Fall gibt es spezielle Vorsorgeprodukte für Kinder, bei denen Teilentnahmen möglich sind, etwa mit 16 Jahren für den Führerschein oder mit 21 Jahren für den Studienstart, ohne dass der Vertrag dadurch endet. Das übrige Kapital bleibt bestehen und kann bis zum Rentenbeginn weiter für sich arbeiten.

Sonderfall: Start mit 1 Jahr 66 Jahre bis zum Rentenbeginn mit 67, zum Vergleich weiterhin gegen den Start mit 21 Jahren
100 € / Monat
1.018.845 €
Kapital mit 67
+247 % mehr Kapital als bei Start mit 21
Eingezahlt über 66 Jahre: 79.200 €
150 € / Monat
1.528.268 €
Kapital mit 67
+247 % mehr Kapital als bei Start mit 21
Eingezahlt über 66 Jahre: 118.800 €
250 € / Monat
2.547.113 €
Kapital mit 67
+247 % mehr Kapital als bei Start mit 21
Eingezahlt über 66 Jahre: 198.000 €

Wer schon früh für das eigene Kind mit einer Altersvorsorge beginnt, verschafft ihm einen Vorsprung, den später niemand mehr aufholen kann: Bei allen drei Sparraten bringt ein Start mit 1 Jahr rund 247 Prozent mehr Kapital als ein Start mit 21 Jahren, bei identischer monatlicher Sparrate.

Für genau diesen Fall gibt es spezielle Vorsorgeprodukte für Kinder, bei denen Teilentnahmen möglich sind, etwa mit 16 Jahren für den Führerschein oder mit 21 Jahren für den Studienstart, ohne dass der Vertrag dadurch endet. Das übrige Kapital bleibt bestehen und kann bis zum Rentenbeginn weiter für sich arbeiten.

Früher Start, deutlich größerer Effekt

Der Unterschied entsteht nicht in erster Linie durch höhere Einzahlungen. Ein späterer Start kostet vor allem die Jahre, in denen der Zinseszinseffekt hätte arbeiten können. Je größer der Abstand zum frühestmöglichen Start, desto größer der Anteil, der am Ende fehlt, unabhängig davon, ob monatlich 100, 150 oder 250 Euro investiert werden.

Zeit ist der eigentliche Held

Die monatliche Sparrate entscheidet über die Höhe des Ergebnisses. Über die Wirkung entscheidet die Zeit. Wählen Sie oben ein Alter, um zu sehen, wie viel vom Vergleichsergebnis mit dem jeweiligen Start noch erreichbar ist und wie viel durch einen späteren Beginn bereits verloren geht.

Annahmen: Monatliche Sparraten von 100, 150 oder 250 Euro, angenommene durchschnittliche Rendite von 6 Prozent pro Jahr, Rentenbeginn mit 67 Jahren. Die Berechnung ist eine vereinfachte Modellrechnung ohne Kosten, Steuern, Inflation und ohne Berücksichtigung der konkreten gesetzlichen Rente. Als Vergleichsmaßstab für „erreicht" bzw. „verloren" dient jeweils das Ergebnis bei einem Start mit 21 Jahren; die Sonderfälle „Start mit 1 Jahr" und „Start mit 11 Jahren" werden bewusst gesondert ausgewiesen und fließen nicht in diesen Vergleichsmaßstab ein.

Vorsorgeformen

Die verschiedenen Möglichkeiten der Altersvorsorge

Altersvorsorge besteht nicht aus einem einzigen Vertrag und auch nicht aus einer abschließenden Liste fester Produkte. Sie kann über Versicherungen, Arbeitgebermodelle, staatlich geförderte Durchführungswege, Kapitalanlagen, Immobilien, Rücklagen oder bereits vorhandenes Vermögen aufgebaut werden. Die nachfolgenden Möglichkeiten zeigen daher vor allem die bekanntesten und häufigsten Wege der Altersvorsorge. Sie sollen einen verständlichen Überblick geben, ersetzen aber keine vollständige Betrachtung aller denkbaren Lösungen.

Gute Altersvorsorge entsteht nicht dadurch, möglichst viele einzelne Produkte zu besitzen. Entscheidend ist, die passenden Bausteine sinnvoll miteinander zu kombinieren. Dazu können gesetzliche Rente, private Vorsorge, betriebliche Altersversorgung, staatliche Förderung, Kapitalmarkt, Immobilien, Rücklagen und bestehendes Vermögen gehören. Welche Kombination sinnvoll ist, hängt von Einkommen, Alter, Beruf, Familienstand, Risikobereitschaft, steuerlicher Situation, Flexibilitätswunsch und persönlichen Zielen ab.

Genau deshalb sollte Altersvorsorge nicht isoliert betrachtet werden. Es geht nicht darum, irgendeinen Vertrag abzuschließen, sondern die passenden Durchführungswege zu erkennen, Lücken sichtbar zu machen und daraus eine tragfähige Strategie für den späteren Lebensstandard zu entwickeln. Jeder Weg hat eigene Vorteile, eigene Grenzen und eigene Risiken. Umso wichtiger ist eine Struktur, die nicht nur heute gut klingt, sondern auch langfristig zur persönlichen Lebensplanung passt.

Private Rentenversicherung / fondsgebundene Vorsorge

Die private Rentenversicherung ist eine planbare Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Je nach Ausgestaltung gibt es klassische Varianten mit Garantiezins, fondsgebundene Varianten mit Kapitalmarktbeteiligung oder Mischformen, die beides kombinieren. Am Ende der Laufzeit kann meist zwischen einer lebenslangen Rente und einer Kapitalauszahlung gewählt werden.

Entscheidend ist, wie der Vertrag konkret ausgestaltet ist: Wie hoch sind die Abschluss- und Verwaltungskosten, wie flexibel sind Beitragspausen oder Anpassungen, und wie ist im fondsgebundenen Fall die Fondsauswahl geregelt? Diese Details entscheiden oft mehr über die spätere Leistung als das grundsätzliche Produktversprechen.

VorteilLebenslange Rente möglich, Absicherung des Langlebigkeitsrisikos, bei fondsgebundenen Varianten zusätzliche Renditechancen
NachteilAbschluss- und Verwaltungskosten, eingeschränkte Flexibilität, bei Garantietarifen niedrigere Renditechancen, längere Vertragsbindung
Betriebliche Altersversorgung, kurz bAV

Die betriebliche Altersversorgung läuft über den Arbeitgeber und wird meist über Entgeltumwandlung aufgebaut: Ein Teil des Bruttogehalts fließt direkt in die Vorsorge, wodurch Steuern und Sozialabgaben zunächst gespart werden. Viele Arbeitgeber leisten zusätzlich einen eigenen Zuschuss, in bestimmten Fällen ist dieser sogar gesetzlich vorgeschrieben.

Wie sinnvoll eine bAV im Einzelfall ist, hängt stark von der konkreten Ausgestaltung ab: vom Durchführungsweg, von den Kosten, von der Höhe des Arbeitgeberzuschusses und davon, wie mit dem Vertrag bei einem Arbeitgeberwechsel umgegangen wird. Bei der späteren Auszahlung fallen zudem Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung an, was in der Beratung mit eingeplant werden sollte.

VorteilSteuer- und sozialabgabenfreie Beiträge während des Erwerbslebens, besonders wertvoll bei Arbeitgeberzuschuss
NachteilKranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in der Auszahlungsphase, Flexibilität bei Arbeitgeberwechsel und Kündigung im Einzelfall prüfen
Basisrente beziehungsweise Rürup-Rente

Die Basisrente, häufig auch Rürup-Rente genannt, richtet sich vor allem an Selbstständige, Freiberufler und gutverdienende Angestellte, die keinen oder nur eingeschränkten Zugang zur gesetzlichen Rente oder zu geförderten Alternativen wie der Riester-Rente haben. Die eingezahlten Beiträge lassen sich im Rahmen bestimmter Höchstgrenzen steuerlich als Vorsorgeaufwendungen geltend machen.

Im Gegenzug ist die Basisrente vergleichsweise unflexibel: Das angesparte Kapital ist nicht beleihbar, nicht vererbbar im klassischen Sinn und nicht vorzeitig verfügbar. Ausgezahlt wird ausschließlich als lebenslange Rente, die im Alter dann der nachgelagerten Besteuerung unterliegt.

VorteilSteuerliche Förderung in der Ansparphase, lebenslange Rentenzahlung, pfändungsgeschützt
NachteilNicht beleihbar, nicht veräußerbar, kein Kapitalwahlrecht, spätere Rente wird nachgelagert besteuert
Riester-Rente und neue geförderte private Altersvorsorge

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Vorsorge mit direkten Zulagen und, je nach Einkommen, zusätzlichem Steuervorteil. Besonders für Familien mit Kindern und für Geringverdiener kann die Zulagenförderung einen erheblichen Teil der Beiträge ausmachen. Aktuell befindet sich die geförderte private Altersvorsorge in einer politischen Reformphase, unter anderem in Richtung eines Altersvorsorgedepots mit mehr Renditechancen, aber ohne klassische Beitragsgarantie.

Ob sich eine bestehende oder neue geförderte Vorsorge lohnt, hängt stark von der persönlichen Förderberechtigung, den Kosten des Vertrags und der individuellen Situation ab. Pauschale Aussagen sind hier selten hilfreich, eine Einzelfallprüfung schon.

VorteilDirekte staatliche Zulagen, zusätzlicher Steuervorteil möglich, besonders interessant für Familien und Förderberechtigte
NachteilKosten, bisherige Garantievorgaben, komplexe Förderbedingungen, laufende Reform sorgt für Unsicherheit bei der Produktauswahl
Geldanlage am Kapitalmarkt

Fonds, ETFs, Aktien, Anleihen oder Depotlösungen sind kein Versicherungsvertrag, sondern klassischer Vermögensaufbau über den Kapitalmarkt. Wer langfristig investiert, etwa über einen Sparplan, kann von Renditechancen und der breiten Streuung über viele Unternehmen oder Märkte profitieren, ganz ohne feste Vertragslaufzeit.

Im Gegensatz zu Versicherungslösungen gibt es hier keine Garantien und keine lebenslange Rentenzahlung. Das Kapital bleibt jederzeit verfügbar, unterliegt aber auch den Schwankungen des Marktes. Für die Altersvorsorge sinnvoll ist diese Form meist als eine Säule unter mehreren, nicht als alleinige Lösung.

VorteilHohe Flexibilität, hohe Transparenz, langfristig attraktive Renditechancen, jederzeit verfügbar
NachteilWertschwankungen, keine Garantien, keine automatische lebenslange Rente, Risiko falscher Anlageentscheidungen ohne Struktur
Eigengenutzte Immobilie

Die eigengenutzte Immobilie ist für viele Menschen ein zentraler Baustein der Altersvorsorge: Ist sie zum Rentenbeginn abbezahlt, entfällt die Mietzahlung, was die laufenden Kosten im Alter spürbar senkt. Gleichzeitig baut sich über die Tilgung schrittweise Vermögen auf, das nicht den Schwankungen des Kapitalmarkts unterliegt.

Dem stehen hohe Anschaffungskosten, laufende Instandhaltung und eine eingeschränkte Flexibilität gegenüber: Anders als ein Wertpapierdepot lässt sich eine Immobilie nicht mal eben teilweise verkaufen, wenn kurzfristig Kapital benötigt wird. Zudem konzentriert sich das Vermögen stark auf einen einzigen Vermögenswert.

VorteilMietfreies Wohnen im Alter, Inflationsschutz bei den Wohnkosten, Vermögensaufbau über die Tilgung
NachteilHohe Anschaffungskosten, laufende Instandhaltung, fehlende Liquidität, Klumpenrisiko durch fehlende Streuung
Vermietete Immobilie als Kapitalanlage

Eine vermietete Immobilie kann laufende Mieteinnahmen und langfristigen Vermögensaufbau verbinden. Wie gut das gelingt, hängt maßgeblich von der Lage, der Qualität der Finanzierung und der langfristigen Mietentwicklung am jeweiligen Standort ab. Als Sachwert bietet sie zudem einen gewissen Inflationsschutz.

Auf der anderen Seite bedeutet eine vermietete Immobilie laufenden Verwaltungsaufwand, das Risiko von Leerstand oder Mietausfall und eine Abhängigkeit von der Zinsentwicklung bei anstehenden Anschlussfinanzierungen. Eine realistische Kalkulation von Instandhaltungsrücklagen, Verwaltungskosten und Steuerwirkung ist hier besonders wichtig.

VorteilLaufende Mieteinnahmen, Sachwertcharakter, langfristiger Inflationsschutz, potenzieller Werterhalt bei guter Lage
NachteilVerwaltungsaufwand, Leerstands- und Mietausfallrisiko, Zinsänderungsrisiken bei Anschlussfinanzierungen
Pflegeimmobilie als Investment

Bei einer Pflegeimmobilie erwirbt man in der Regel ein Apartment innerhalb einer Pflegeeinrichtung, das über einen Betreiber langfristig verpachtet wird. Der eigene Verwaltungsaufwand ist dadurch deutlich geringer als bei einer klassisch vermieteten Wohnung, und angesichts der demografischen Entwicklung gilt der Pflegemarkt als gesellschaftlich relevanter Zukunftsmarkt.

Die Kehrseite: Die Rendite hängt stark von der wirtschaftlichen Stabilität des Betreibers ab. Gerät dieser in Schieflage oder wird insolvent, können Pachtzahlungen ausfallen. Auch der Wiederverkauf von Pflegeapartments gestaltet sich in der Praxis häufig schwieriger als bei klassischen Wohnimmobilien.

VorteilPlanbare Pachtzahlungen, geringer eigener Verwaltungsaufwand, gesellschaftlich relevanter Zukunftsmarkt
NachteilAbhängigkeit vom Betreiber, Risiko bei Betreiberinsolvenz, schwieriger Wiederverkauf (u. a. Stiftung Warentest)
Rücklagen und Liquidität

Tagesgeld, Festgeld und andere kurzfristig verfügbare Mittel sind kein klassisches Altersvorsorgeprodukt, aber ein wichtiger Baustein jeder soliden Finanzplanung. Sie sorgen dafür, dass unerwartete Ausgaben nicht dazu zwingen, langfristige Anlagen vorzeitig und zu ungünstigen Konditionen aufzulösen.

Für den eigentlichen Vermögensaufbau im Alter reichen reine Rücklagen aber in aller Regel nicht aus, da die erzielbaren Zinsen langfristig kaum die Inflation ausgleichen. Sie sind deshalb Fundament und Puffer, nicht der Hauptbaustein der Altersvorsorge.

VorteilJederzeitige Verfügbarkeit, hohe Stabilität, finanzielle Handlungsfähigkeit in unerwarteten Situationen
NachteilReicht langfristig meist nicht aus, um Inflation auszugleichen, kaum Beitrag zum eigentlichen Vermögensaufbau
Bestehendes Vermögen und persönliche Lebensplanung

Viele Menschen verfügen bereits über Werte, die in der Altersvorsorgeplanung nicht übersehen werden sollten: Lebensversicherungen, Depots, Immobilien, Unternehmensbeteiligungen, zu erwartende Erbschaften oder bestehende Rentenansprüche aus früheren Anstellungen. Diese Werte richtig einzuordnen ist oft genauso wichtig wie die Frage, welche neuen Verträge sinnvoll sind.

Ohne eine Gesamtbetrachtung entstehen hier leicht Überschneidungen, etwa doppelter Risikoschutz, oder unentdeckte Lücken, weil ein bestehender Baustein falsch eingeschätzt wurde. Genau deshalb gehört die Bestandsaufnahme des Vorhandenen an den Anfang jeder Altersvorsorgeberatung, nicht erst ans Ende.

VorteilVorhandene Werte werden genutzt statt übersehen, Grundlage für eine realistische Lückenberechnung
NachteilOhne Gesamtstruktur entstehen leicht Überschneidungen, unentdeckte Lücken oder unnötige Risiken
Die genannten Möglichkeiten im Zusammenhang

Altersvorsorge kann über sehr unterschiedliche Wege aufgebaut werden. Welche Lösung sinnvoll ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Genau deshalb ist es Bestandteil des Finanzgutachtens für ein stabiles Fundament, die verschiedenen Vorsorgewege im Zusammenhang zu betrachten und herauszuarbeiten, welche Bausteine zur jeweiligen Situation passen.

Dabei geht es u. a. auch darum, steuerlich geförderte Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen, Renditechancen realistisch einzuordnen und Sicherheit, Flexibilität und spätere Versorgung miteinander abzustimmen. Eine einheitliche Lösung für alle gibt es nicht. Entscheidend ist eine Struktur, die zur Lebensphase, zum Einkommen, zu den Zielen und zur persönlichen Risikobereitschaft passt.

Der erste Schritt ist ein für Sie unverbindliches Gespräch.

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